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Deutscher Mieterbund warnt

Rekord-Wohnungsmangel in Deutschland: 700.000 Wohnungen fehlen 

  • Aktualisiert: 12.01.2023
  • 17:48 Uhr
  • Isabella Holtmann

In Deutschland fehlen rund 700.000 Wohnungen – dafür gibt es mehrere Gründe. Dabei ist dort zu wohnen, wo man arbeitet, wichtig für die Wirtschaftslage.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue Studie zeigt, der Wohnungsmangel ist so hoch wie lange nicht mehr.

  • Es werden mehr als doppelt so viele Wohnungen benötigt, als jährlich gebaut werden.

  • Die Ampel-Koalition wird zudem wahrscheinlich ihr Ziel von 400.000 neuen Wohnungen im Jahr verfehlen.

Laut einer aktuellen Studie ist der Wohnungsmangel in Deutschland so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Ende 2022 fehlten bundesweit rund 700.000 Wohnungen. Dies ergeben die Ergebnisse des Hannoveraner Pestel-Instituts sowie des schleswig-holsteinischen Instituts Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen Kiel (Arge). Problematisch, denn dies seien mehr doppelt so viele Wohnungen wie jährlich produziert werden.

Grund dafür sei wohl unter anderem der Ukraine-Krieg. Der hohe Zuzug von Menschen belastete laut der Studie den bereits zuvor schon angespannten Wohnungsmarkt. Dazu kommen die gestiegenen Investitionskosten und der damit zusammenhängende Einbruch von Bautätigkeiten. Bundesbauministerin Klara Geywitz hat bereits eingeräumt, dass die Ampel-Koalition ihr Ziel von 400. 000 neuen Wohnungen im Jahr verfehlen wird, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Mieterbund schlägt Alarm

Auch der Deutsche Mieterbund schlägt Alarm. Dieser warnt vor massiven Verwerfungen auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Die Situation werde "immer dramatischer", sagte Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten gegenüber der "Funke Mediengruppe" berichtet die dpa. "So laut wie jetzt haben die Alarmglocken des Wohnungsmangels lange nicht mehr geschrillt".

Bund und Länder müssten jetzt eingreifen, "oder wir erleben ein ungeahntes Desaster auf dem Wohnungsmarkt", so Siebenkotten weiter. Für 2023 erwartet er ein "sehr hartes Jahr für Mieterinnen und Mieter".

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Wohnen und arbeiten gehören zusammen

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG BAU Harald Schaum sprach angesichts des Wohnraummangels von einem Konflikt hinsichtlich der Fachkräftestrategie der Bundesregierung. "Wohnen und Arbeiten – das gehört zusammen. Keiner wird kommen, wenn er hier nicht oder nur zu horrend hohen Mieten wohnen kann", so Schaum gegenüber den Funke-Zeitungen. "Es gibt ein gewaltiges Dilemma: Der Wohnungsbau ist ein ganz wesentlicher Schlüssel für die Beschäftigungssituation und damit für das Funktionieren der Wirtschaft in Deutschland".

Das führt dazu, dass viele Menschen sich kein Eigentum mehr leisten können und hat zur Folge, dass immer mehr Wohnungen angemietet werden.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur AFP
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